2014-27 - Die großen Schiffe halten bald

Straubinger Tagblatt | Straubinger Rundschau | 11.10.2014


Die großen Schiffe halten bald

Stadtentwicklungs-Ausschuss präsentiert vielversprechende Pläne an der Donau

Nächstes Jahr soll der Geh- und Radweg zwischen Schlossbrücke und Schiffsanlegestelle ausgebaut werden, damit ein Jahr später ein Schweizer Unternehmen die neue Schiffsanlegestelle bauen kann. (Foto: Wilfried Schaffrath)

Nach intensiven und erfolgreichen Gesprächen mit zahlreichen Schifffahrtsunternehmen scheint sich die Stadt mit einem Schweizer Anbieter einig geworden zu sein. Das Unternehmen wolle für rund 500 000 Euro eine neue Schiffsanlegestelle für zwei moderne Kreuzfahrtschiffe bei der aktuellen Anlegestelle an der Schlossbrücke bauen, berichtete Berufsmäßiger Stadtrat Alois Lermer bei der Sitzung des Stadtentwicklungs-Ausschusses am Donnerstagnachmittag. Im Vorfeld will die Stadt bereits im kommenden Frühjahr den Geh- und Radweg zwischen Schlossbrücke und Anlegestelle für rund 380 000 Euro attraktiv gestalten.

Die Anliegestelle liege der Stadtverwaltung sehr am Herzen, betonte Oberbürgermeister Markus Pannermayr. Schließlich berge sie für die heimische Wirtschaft enorme Chancen. Das Ziel der Verwaltung sei es, im kommenden Jahr das Donauufer zwischen Schlossbrücke und Anlegestelle attraktiv umzugestalten und damit wie vereinbart die Voraussetzung zu schaffen, dass ein Privatunternehmen die eigentliche Schiffsanlegestelle bauen kann.

Die Verwaltung habe alle denkbaren Varianten für eine Schiffsanlegestelle geprüft, berichtete Lermer. Bei der Schleuse, bei der Agnes-Bernauer-Brücke und im Industriegebiet Straubing-Sand seien denkbare Plätze untersucht – und von den Tourismusfachleuten als zu weit weg vom Zentrum verworfen worden. Mit den Plänen bei der jetzigen Anlegestelle seien jedoch alle zufrieden.

Radweg wird saniert

Tiefbauamtsleiterin Cristina Pop konnte auch gleich die entsprechenden Pläne für die Sanierung von Geh- und Radweg entlang der Donau präsentieren. Diese lagen nämlich schon einige Zeit in der Schublade, weil das Geld bislang fehlte. „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren kräftig gespart und können die geschätzten Kosten von rund 380 000 Euro im nächsten Jahr aufbringen“, betonte Cristina Pop. Der Geh- und Radweg soll 2,5 Meter breit werden. Eine Böschung und eine Mauer müssen dafür zurückversetzt werden. Auf der Seite der Donauuferstraße werde die von den Kreuzfahrtschiffen benötigte Bushaltestelle gebaut. Auch eine Infotafel über Straubing sei vorgesehen.

Stadtrat Werner Schäfer freute sich über die „gute Nachricht“ für den Tourismus in Straubing. Stadträtin Maria Stauber freute sich ebenfalls, vor allem wegen des breiten neuen Radwegs. Einstimmig nahm der Ausschuss die Pläne zustimmend zur Kenntnis.

Das Planfeststellungsverfahren für den Ausbau der Donau zwischen Straubing und Deggendorf läuft. Dr. Markus Fischer von der RMD Wasserstraßen GmbH und Wolf-Dieter Rogowsky vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf stellen die Pläne vor. Ziele des Ausbaus seien die Erhöhung der Abladetiefe für die Schiffe durch die Vergrößerung der Fahrrinnentiefe um mindestens 20 Zentimeter, die Optimierung der bestehenden Verhältnisse und die Verbesserung des Hochwasserschutzes. Zwischen Straubing und Deggendorf seien 24 neue Buhnen geplant, 50 Buhnen werden angepasst. Auf 14 Kilometern Länge werden bestehende Deiche erhöht, 31 Kilometer Deiche werden neu gebaut und 12 Kilometer bestehende Deiche werden abgetragen. Durch die öffentliche Auslegung der Pläne sei das Planfeststellungsverfahren eingeleitet worden. Noch bis 16. Oktober können Einwände gegen die Pläne schriftlich bei den entsprechenden Kommunen und der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Würzburg eingereicht werden. Alle Pläne im Detail sind zu finden im Internet unter www.lebensader-donau.de.

In Sachen Hochwasserschutz durch die Ausweisung von Poldergebieten mahnte OB Pannermayr, dass die Donauanlieger mehr Solidarität untereinander zeigen müssten. Wenn ausreichend Polder zur Verfügung stünden, könne im Ernstfall die Hochwasserspitze entscheidend abgefedert werden. Er machte außerdem darauf aufmerksam, dass der Bereich zwischen Schleuse und Donauhafen Straubing-Sand möglichst zügig auf die künftige Abladetiefe ausgebaut werden soll. Die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und des Umweltausschusses nahmen die Pläne zur Kenntnis. Entscheiden muss der Stadtrat.

Weil der Andrang so groß ist und auch die finanzielle Seite passt, soll es nächstes Jahr natürlich wieder einen Herzogstadtlauf geben, berichtete Stadtmarketing-Manager Matthias Reisinger. Der Lauf werde in bewährter Manier durchgeführt, wobei einige Schwachstellen zum Beispiel rund um den Spatzenlauf beseitigt werden sollen.

Ausbau dauert zu lange

Am Wissenschaftszentrum werden derzeit ein Bachelorstudiengang und ein Masterstudiengang „Nachwachsende Rohstoffe“ angeboten, berichtete Alois Lermer, 120 Studenten seien derzeit eingeschrieben. Für Forschung und Lehre stehen derzeit Nutzflächen von 3 800 Quadratmeter zur Verfügung. Weitere 10 000 Quadratmeter Nutzfläche müssten bis zum Jahr 2020 vorhanden sein. Um die Anzahl der Studenten deutlich zu erhöhen, sei es unumgänglich, weitere Studiengänge zu konzipieren und umzusetzen. Derzeit würden verschiedene Varianten besprochen, die dann mit den Entscheidungsträgern abgestimmt werden müssten. Wegen der zunehmenden Studentenzahlen rücke auch der Bereich des „Studentischen Wohnens“ immer mehr in den Blickpunkt. Privatinvestoren würden bereits an entsprechenden Plänen arbeiten.

Pannermayr kritisierte, dass der Neubau der Infrastruktur zu lange dauere: „Wir brauchen eine schnellere Lösung für die Labore. Konstruktive Gespräche haben bereits stattgefunden.“ -fun-